Wochenbett-FAQ

Maike hat dir die wichtigsten Fragen und Antworten
aus 14 Jahren Hebammenarbeit zusammengestellt.

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Wochenfluss

Die Blutung nach Geburt (Wochenfluss) entsteht an der Stelle, an der dein Mutterkuchen an der Gebärmutter haftete. Sobald dein Kind auf der Welt ist, beginnt der Wochenfluss. Die Blutung ist in den ersten Tagen nach der Geburt am stärksten, wird dann aber rasch weniger. Zwischen zwei und sechs Wochen dauert dein Wochenfluss in der Regel. Währenddessen verändert er sich in Zusammensetzung und Farbe immer wieder – das ist völlig normal. Er geht von blutig, über alt blutig zu gelblichem Ausfluss, bis es dann am Ende klarer Ausfluss ist. Du solltest während des Wochenflusses unbedingt auf Tampons und Menstruationstassen verzichten, weil dadurch Bakterien in die Gebärmutter gelangen und eine Infektion auslösen können.

Wichtig ist, dass der Wochenfluss in den ersten Tagen nicht plötzlich ganz aufhört. Sollte das der Fall sein, trinke viel Babyglück-Tee und lege dich – wenn die Brust es erlaubt – einige Minuten auf den Bauch, gern ein kleines Kissen oder Stillkissen unterhalb des Nabels um etwas Druck auf die Gebärmutter zu bekommen. Beginnt die Blutung nicht von alleine wieder oder solltest du grippeähnliche Symptome bzw. Brustprobleme entwickeln, nimm bitte unverzüglich Kontakt mit deiner Hebamme oder deinem Frauenarzt auf. Dann könnte es sein, dass sich dein Wochenfluss in der Gebärmutter staut (Lochialstau).

Nachwehen spürst du, weil sich deine Gebärmutter nach der Geburt zusammenzieht, um langsam wieder in ihre Ursprungsgröße zurückzukehren. Sie sind in den ersten Tagen total normal und zum Beispiel während des Stillens ein gutes Zeichen, das dein Kind effektiv saugt. Aber keine Sorge, wenn du keine Nachwehen spürst, davon sind häufiger Mütter betroffen, die schon einmal geboren haben. Dabei können Nachwehen mit jeder weiteren Geburt deutlich schmerzhafter werden, weil die Muskeln auf Hochtouren arbeiten, um die Blutung zu stillen. Genau diese Muskel-Kontraktionen spürst du womöglich. Bei Nachwehen kannst du ein Körnerkissen warm machen und dir ins Kreuz legen oder auch mit deiner Hebamme über ein leichtes Schmerzmittel sprechen.

Halte zum Spülen auf der Toilette am besten einen Becher bereit, in den du lauwarmes Wasser gefüllt hast. Statt Toilettenpapier zu benutzen, spülst du damit deinen Intimbereich, danach kurz trocknen lassen oder vorsichtig abtupfen.

Denk daran, den Intimbereich regelmäßig mit klarem, lauwarmem Wasser zu reinigen. Bitte verwende aber weder Intimwaschgel noch Seifen. Was du nach jedem Toilettengang einsetzen kannst, ist unser motherlove Regenerationsspray.

Prinzipiell ist Sex während des Wochenflusses erlaubt, allerdings raten die meisten Gynäkologen dazu, nach der Geburt 4-8 Wochen zu warten. Dies ist begründet, durch das Infektionsrisiko an der Plazentahaftstelle. Diese Wunde sollte in Ruhe abheilen. Danach ist Sex kein Problem, natürlich solltest du dich damit wohl fühlen. Es fühlt sich oft erstmal anders an, als du es kennst, da das umliegende Gewebe und der Beckenboden noch hormonell aufgelockert sind. Solltest du aber starke Schmerzen haben, warte bitte noch etwas und lass unter Umständen deinen Gynäkologen nochmal drauf schauen. Bitte denk an die Verhütung am besten nutzt du Kondome!

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Stillen

Ab ins Bett und ausruhen ist ganz wichtig! Egal, weshalb sich die Brust gestaut oder entzündet hat, kannst du sie erstmal gleichermaßen behandeln: Kühlen mit Quark oder auch Kohlblättern hilft die Hitze rauszuholen, alternativ reicht auch erstmal ein Kühlpad. Die Brust regelmäßig gut entleeren, ich empfehle die Pumpe zu meiden. Lege lieber dein Kind mit dem Unterkiefer an der gestauten Stelle an, vorher Wärme drauf oder streiche die Brust unter der warmen Dusche aus. Beachte, dass das „blauer-Fleck-Gefühl“ meist erst nach 4 Tagen wieder ganz weg ist. Bei erhöhter Temperatur und Grippesymptomen kannst du Ibuprofen nehmen, es hilft, die Entzündung zu bekämpfen. Eine richtige Mastitis äußert sich in der Regel durch Fieber über 39,6. Hier musst du bitte sofort deinen Gynäkologen aufsuchen, denn es muss eine Antibiotikaeinnahme erfolgen. Abstillen ist aber nicht nötig. Es gibt Antibiotika, mit denen du weiter stillen kannst.

Zu viel Muttermilch kann störend sein bis hin zu Stillproblemen führen. Du solltest mindestens 3 Wochen warten, oft stellen Angebot und Nachfrage sich noch perfekt ein. Vermeide es abzupumpen, das regt die Milchbildung weiter an, versuche es mit einem Minz- oder Salbeitee am Tag und lass milchbildende Lebensmittel weg. Trage einen gutsitzenden Still-BH, lass jeder Brust ausreichend Pausen zwischen den Stillvorgängen und versuche diese Pausen über 2-3 Wochen langsam zu verlängern. Dann kann der Körper sich darauf einstellen, dass er weniger Milch produzieren muss. Ausführlichere Tipps dazu findest du im Blog.

Jede Mama kann stillen, wenn sie möchte. Es kann aber sein, dass man „gefühlt“ oder tatsächlich eine zu geringe Milchmenge hat. Als erstes ist mir wichtig: Nimm den Druck raus, denn der Stress kommt – die Milch geht!

Wenn du Power genug hast und dein Kind nicht abnimmt, versuche zunächst nach Bedarf anzulegen, viel nackig zu kuscheln und ein Bondingbad. Trinke viel, vorzugsweise Still- und Wochenbett-Tee, alkoholfreies Bier oder Malzbier. Iss 5 kleine Portionen täglich, bitte nicht nur Grünzeug denn von nix kommt nix! Wenn es schnell gehen muss, kannst du super Stillkugeln oder den Powerriegel von Löwenzahn Organics essen.

Hier noch ein paar anregende Kräuter und Gewürze: Anis, Basilikum, Bockshornklee, Brennnessel, Dill, Fenchel, Eisenkraut, Geissrautenkraut, Kümmel, Koriander, Kreuzkümmel, Majoran, Melisse und Sternanis.

Wenn dein Kind nicht ausreichend zunimmt, solltest du das bitte engmaschig kontrollieren lassen und nach Absprache mit deiner Hebamme oder dem Kinderarzt bei Bedarf zufüttern. Mach dich deswegen nicht fertig! Du bist eine tolle Mama und du tust, was du kannst! Ich kenne das auch!

Natürlich gibt es den Fall, dass du trotz vieler Bemühungen, literweise Stilltee und Co. nicht ausreichend in die Milchbildung kommst. Das ist aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen! Jeder Tropfen Muttermilch ist wertvoll! Wenn du gern weiter stillen möchtest, mach das so viel und lange es dir möglich ist. Was dein Kind dann zusätzlich noch benötigt kannst du mit Premilch zugeben. Nur Vorsicht, je weniger die Brust stimuliert wird umso eher reduziert sich die Milchmenge weiter. Darum schau, das du noch regelmäßig anlegst. 

Die ersten 14 Tage nach Geburt ist es völlig normal, das das erste Ansaugen ziemlich unangenehm bis sehr schmerzhaft ist. Nach den ersten 2 Wochen solltest du nahezu schmerzfrei stillen. Ansonsten gibt es noch einen Fehler in eurem Stillsystem, den wir finden müssen.

Kontrolliere erstmal die Lage deines Kindes vor der Brustwarze und checke die Stillposition: Sitzt du bequem und entlastest die Schultern? Bau dir zum Üben wenn nötig einen Thron und mach dir eine gemütliche Stillecke. Kontrolliere, ob dein Kind die Warze vollständig im Mund hat und die Lippen nach außen umgeklappt sind. Vermeide Dauernuckeln und lass die Brustwarze nach dem Stillen an der Luft oder unter der Wolle-Seide-Stilleinlage gut trocknen. Nutze mehrmals täglich deine Beinwellsalbe, die hilft der Brust zu heilen und pflegt gleichzeitig. Sollte es so nicht klappen, hilft dir deine Hebamme, eine Stillgruppe oder die Stillberatung. Ich persönlich beginne recht früh damit, wunde Brustwarzen zu lasern. Diese recht neue Therapiemöglichkeit gibt es sicherlich bei dir in der Nähe. Frag in deiner Geburtsklinik danach. 

Nein, deine Muttermilch reicht für die Flüssigkeitsaufnahme aus. An heißen Tagen oder wenn dein Kind Fieber, Durchfall bzw. Erbrechen hat, kannst du einfach häufiger anlegen.

Nein, häufig ist das Gegenteil der Fall. Ein Stillkind reagiert nicht selten mit Bauchweh, da die Muttermilch besser verdaulich ist. Die meisten Stillkinder bereiten sich mit dem sogenannten Clusterfeeding auf die Nacht vor. Sie kommen in häufigen, engen Abständen, schlafen zwischendrin kurz ein und wollen sich dann direkt wieder den winzigen Magen vollschlagen. Das ist ganz normal, bedeutet nicht, das du zu wenig Milch hast und verschwindet häufig nach den ersten 5-6 Lebenswochen von ganz alleine. Versuch dich drauf einzustellen und schwimm mit Dein Kind weiß genau was es braucht und wann es Zeit für die Nachtruhe ist. Meist dauert das abendliche Clustern 3-4 Stunden.

Du möchtest gern abstillen oder du musst es vielleicht auch? Dann beachte bitte folgende Tipps:

  • Die Brust braucht einige Tage bis sie verstanden hat, dass die Produktion eingestellt werden muss. Rechne noch 3-5 Tage nach dem Abstillen damit, dass die Brust Pflege benötigt und vielleicht schmerzhaft und sehr knotig ist
  • 1-2 Tassen Salbei-& Minztee pro Tag trinken
  • Kühlen, kühlen, kühlen
  • Die ersten Tage unter der Dusche so viel Milch wie nötig ausstreichen, die Milchpumpe vermeiden
  • Trage einen gutsitzenden BH
  • Nach Rücksprache mit deinem Arzt kannst du darüber hinaus mit Tabletten abstillen. Es dauert ungefähr so lange wie mit Hausmitteln und kann starke Stimmungsschwankungen bis hin zu depressiven Verstimmungen fördern
  • In den Brustdrüsen findet sich oft noch Monate nach dem letzten Stillen Milch. Wunder dich nicht, das wird mit der Zeit resorbiert oder läuft aus.
  • Symptome wie bei einem Milchstau sind können vorkommen.
  • Du kannst jederzeit beim Abstillen eine Hebamme oder Stillberaterin um Rat fragen

Natürlich ist Stillen das Beste für dein Kind. Ob du stillen möchtest oder nicht, entscheidet genau eine Person: DU.

Niemand hat das Recht, dir das vorzuschreiben. Auch Flaschenmilch geben ist Liebe. Es gibt genug andere Wege, dein Kind mit Wärme, Nähe und Liebe zu versorgen und Sicherheit sowie Geborgenheit zu schenken. Lass dich von außen nicht irritieren. Du und dein Kind – ihr pflegt euer Band. Du bist deshalb eine genauso tolle Mama für dein Baby.  

Wenn du Sorgen hast, was dich in der Stillzeit erwarten könnte, kannst du in der Schwangerschaft Kontakt zu einer Hebamme oder Stillberaterin aufnehmen, um deine Fragen loszuwerden. Aber bitte alles ganz entspannt! Wir finden:

Cool moms don’t judge!

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Milcheinschuss

Manchmal wäre es schön, wenn doch der Storch die Kinder bringen würde – vor allem, wenn es um Geburtsverletzungen geht. Schürfungen und Risse können überall dort entstehen, wo das Köpfchen deines Kindes sich seinen Weg gebahnt hat. Aber keine Bange, die Natur hat deinen Körper so gemacht, dass die meisten Verletzungen der Schleimhaut unglaublich schnell abheilen und dir wenig Probleme bereiten. Es gibt aber auch Risse im äußeren Intimbereich z.B. an Klitoris, Schamlippen, am Muttermund, dem Schließmuskel oder der Beckenbodenmuskulatur, die dich etwas länger beeinträchtigen können.

Der Milcheinschuss kommt meist zwischen dem Tag 3. und 5. Tag nach der Geburt. Nach sehr langen Geburten oder einem Kaiserschnitt mit vermehrtem Blutverlust kann es ein wenig dauern. Lass dich nicht verunsichern, die Milchbildung kommt noch in den Gang.

Grippesymptome wie Schüttelfrost und eine leicht erhöhte Temperatur können vorkommen. Das beruhigt sich aber in der Regel nach 12 bis 24 Stunden wieder. Ruh dich aus, gern kannst du die Brust kühlen und vor dem nächsten Anlegen etwas wärmen. Eine leichte Massage des Warzenhofes mit den Zeigefingern kann deinem Kind helfen die Brustwarze besser fassen zu können, sollte diese zu prall sein.

Leider haben fast alle Mütter im Milcheinschuss eine stark geschwollene Brust, die sich anfühlt wie ein einziger blauer Fleck. Das ist der Schwellung der Milchdrüsen geschuldet, die auf Hochtouren laufen und dadurch so stark anschwellen. Dir wird regelmäßiges kühlen helfen, ein ausgiebiger Quarkwickel oder du kannst die Brust unter der Dusche schön wärmen und dann vorsichtig ausstreichen. Bitte danach wieder kühlen. Die Schwellung und die damit verbundenen Schmerzen können bis zu 5 Tage anhalten, gehen aber von allein zurück. Wenn du Schmerzmittel benötigst, sprich bitte die Dosierung genau mit deiner Hebamme oder deinem Gynäkologen ab.

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Geburtsverletzungen

Manchmal wäre es schön, wenn doch der Storch die Kinder bringen würde – vor allem, wenn es um Geburtsverletzungen geht. Schürfungen und Risse können überall dort entstehen, wo das Köpfchen deines Kindes sich seinen Weg gebahnt hat. Aber keine Bange, die Natur hat deinen Körper so gemacht, dass die meisten Verletzungen der Schleimhaut unglaublich schnell abheilen und dir wenig Probleme bereiten. Es gibt aber auch Risse im äußeren Intimbereich z.B. an Klitoris, Schamlippen, am Muttermund, dem Schließmuskel oder der Beckenbodenmuskulatur, die dich etwas länger beeinträchtigen können.

Dammschnitte werden nur noch selten gemacht, denn es hat sich gezeigt, dass Risse meist besser und schneller heilen. Wenn das Gewebe reißt, dann an der schwächsten Stelle. Dadurch werden weniger Blutgefäße und Muskeln verletzt als bei einem vorbeugenden Dammschnitt. Manchmal muss eine Verletzung genäht werden. In deinem Mutterpass kannst du auf der letzten Seite nachsehen, ob das bei dir der Fall war.

Wenn deine Verletzungen nach der Geburt genäht wurden, müssen die Fäden in der Regel nicht entfernt werden, sondern lösen sich in den kommenden Wochen einfach auf. Manchmal findest du kleinere Fadenstücke beim Toilettengang, dann hat er sich selber gelöst.

Dammrisse werden abhängig von der Ausdehnung in vier Grade eingeteilt: 

  • Dammriss Grad 1: Hier sind nur die Haut von Scheide und Damm leicht verletzt, nicht das Dammgewebe selbst.
  • Dammriss Grad 2: Hier reißt die Muskulatur des Damms bis höchstens zum äußeren Schließmuskel. Der Schließmuskel selbst ist unverletzt.
  • Dammriss Grad 3: Hier reißt auch der äußere Schließmuskel des Afters

Dammriss Grad 4: Hier reißen auch die Darmschleimhaut und die vordere Wand des Enddarms

Der Dammschnitt begegnet mir im Wochenbett immer seltener. Wir wissen, dass der Riss in der Regel besser heilt als der Schnitt, und die Geburtshelfer versuchen, ihn zu vermeiden. Bei manchen Geburten kann ein Schnitt jedoch nötig sein, um den Geburtsverlauf zu beschleunigen, z.B. beim Einsatz von Zange oder Saugglocke.

Deine Verletzungen wurden nach der Geburt genäht, in der Regel müssen die Fäden nicht entfernt werden, sondern lösen sich in den kommenden Wochen auf. Manchmal findest du kleinere Fadenstücke beim Toilettengang, dann hat er sich selber gelöst.

Versuche die ersten Tage tatsächlich, das Wochenbett einzuhalten. Gib deinem Körper Zeit zu heilen. Du wirst auch selbst schnell merken, dass langes Stehen, steil sitzen oder Spaziergänge gar nicht möglich sind.

Sieh in den ersten Tagen erstmal davon ab, die Verletzungen direkt mit dem Duschstrahl zu reinigen und lass einfach nur vorsichtig das handwarme Duschwasser darüber laufen.

Du kannst jede deiner Dammverletzungen mit dem motherlove Regenerationsspray säubern und pflegen. Das Spray wirkt durch seine besonderen Inhaltsstoffe nicht nur kühlend, entzündungshemmend und schmerzlindernd, sondern auch desinfizierend und antibakteriell.

Ich habe Schmerzen im Intimbereich, was kann ich tun?

Bei Geburtsverletzungen hilft es, mehrmals täglich einige Minuten zu kühlen. Dafür kannst du entweder eine Binde mit Wasser tränken und sie ins Eisfach legen oder du füllst ein Kondom wie eine kleine Wasserbombe und lässt es gefrieren. Dann legst du es dir vor die Scheide. Aber Vorsicht: Nur ein paar Minuten und nicht direkt auf die Haut legen.

In Absprache mit deinem Arzt oder deiner Hebamme kannst du schwach dosierte Schmerzmittel nehmen.

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Erster Stuhlgang & Hämorrhoiden

Vielen Frauen bereitet der Gedanke an den ersten Stuhlgang nach der Geburt Sorgen. Die Naht hält dem Druck stand. Hattest du einen Kaiserschnitt, kannst du nicht drücken, weil deine Bauchpresse nicht wie gewohnt funktioniert. Das ist sogar gut – denn es sollte besser von allein funktionieren.

Dein idealer Begleiter auf der Toilette ist in diesen ersten Tagen ein kleiner Hocker, auf dem du deine Füße abstellst. Es gibt spezielle Klohocker, aber auch ein Yogablock oder ein Stapel dicker Bücher erfüllen ihren Zweck. Du solltest auf jeden Fall so sitzen, dass der Spruch „Po im Klo“ zutrifft. Dann einfach den Beckenboden lockerlassen und mit etwas Ruhe rutscht es wie von allein. Für einen weicheren Stuhl kannst du sorgen, indem du dich ballaststoffreich (z.B. mit Vollkornprodukten) ernährst und auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achtest.

Hämorrhoiden nach Geburt betreffen sehr viele Frauen und doch wird darüber wenig gesprochen. Hämorrhoiden sind „Gefäßpolster“ am Enddarm, die dafür sorgen, dass kein Stuhlgang ungewollt austritt. Normalerweise beschäftigen sie uns im Alltag nicht weiter. Durch das Pressen bei der Geburt können sie anschwellen, bluten und Schmerzen bereiten. Hab keine Scham und sprich deine Hebamme oder deinen Gynäkologen darauf an. Sie werden sich die unbeliebten Dinger genauer ansehen und dich beraten.

Du kannst mit kurzem Kühlem, z.B nach dem Stuhlgang helfen. Lagere regelmäßig das Becken hoch, das hilft das die Hämorrhoiden abschwellen. Im akuten Fall geht auch ein Schuss Nasenspray, das lässt sie kleiner werden.

Im weiteren Verlauf kannst du deine Hämorrhoiden mit Beckenbodentraining und ausgewogener Ernährung in den Griff bekommen. Entfernt werden müssen sie meistens nicht. Wenn das doch im Raum steht, empfiehlt es sich 6-12 Monate zu warten, bis das Gewebe des Körpers wieder fester ist.

Ballaststoffreiche Lebensmittel sind jetzt genau das Richtige, um deinen Stuhl weich zu machen. Du kannst Pflaumen- oder Birnensaft trinken, Weizenkleie oder Leinsamen in einen Joghurt streuen oder eine Hand voll Trockenobst täglich essen. Ballaststoffe finden sich auch in Vollkornprodukten, Kartoffeln, Obst, Gemüse und Hülsenfrüchten.

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Babyblues & Wochenbettdepression

Das Wochenbett ist eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle. Aus den puren Glücksgefühlen ins Tal der Tränen und wieder zurück. Nach der Geburt, meist um den Milcheinschuss herum, kann es sein, dass du extreme Stimmungsschwankungen verspürst. Die Level von Östrogenen, Endorphinen und Progesteron stürzen in den Keller. Eine so krasse hormonelle Schwankung in deinem Körper gibt es zu keinem anderen Zeitpunkt deines Lebens und das hat Auswirkungen auf die Seele. Plötzlich ist dir alles zu viel und du befürchtest, dass du die neuen Herausforderungen mit dem Baby nicht bewältigen kannst. Es ist völlig normal, dass du in den ersten Tagen nach der Geburt auch mal unglücklich bist. Bei manchen Mamas kommen die Heultage mit dem Milcheinschuss, bei anderen nach 10 bis 12 Tagen.

Der Babyblues, wie man diese Stimmungsschwankungen nennt, muss nicht behandelt werden. Es ist der ganz normale Wahnsinn nach der Geburt. Was du jetzt brauchst, sind Ruhe, Zuwendung und Unterstützung. Lass die Tränen einfach fließen. Erschöpft sein ist doch völlig in Ordnung! Zieh dir die Decke über den Kopf und ruh dich aus oder stell dich unter die Dusche und genieße ein paar Minuten Zeit für dich. Alles wird gut!

Nach spätestens zwei Wochen sollte der Babyblues vorbei sein. Ist das nicht der Fall, sprich unbedingt mit deiner Hebamme oder deinem Gynäkologen, damit eine Wochenbettdepression schnell erkannt bzw. ausgeschlossen werden kann.

Viel ernster als der Babyblues ist eine Wochenbettdepression. Du erkennst sie an akuter, anhaltender Antriebs- und Appetitlosigkeit und daran, dass du nicht mehr in der Lage bist, dein Kind zu versorgen. Es ist fast so, als wärst du unter einer „Glocke“ gefangen und gar nicht richtig da im Hier und Jetzt. Bei der Wochenbettdepression handelt es sich um eine ernstzunehmende Krankheit. Du solltest dir in diesem Fall dringend Hilfe holen.

Du bist Mama geworden, das ist eine krasse Veränderung. Du bist manchmal ganz schön überfordert von dieser Situation, obwohl du dich monatelang darauf gefreut hast.

Jetzt liegt dein Kind auf deiner Brust und du empfindest nichts? Du bist erschöpft von einer langen Geburt, vielleicht hast du starke Verletzungen, die dich beeinträchtigen oder dein Baby wurde nach der Geburt mit zum Kinderarzt genommen? Oder in die Kinderklinik verlegt?!

Diese und andere aufwühlenden Situationen führen manchmal dazu, dass die erste Verliebtheit nicht sofort einsetzt. Du bist emotional überfordert. Entspann dich, du bist damit nicht so allein, wie du denkst! Rede mit deiner Hebamme, vertraue dich einer lieben Person an öffne dich. Gefühle können wir nicht erzwingen und ich weiß aus den vielen Nachsorgen – Das kommt von ganz alleine!

Die folgenden Stellen stehen dir helfend zur Seite:

Emotionelle erste Hilfe für Eltern: www.emotionelle-erste-hilfe.org

Wochenbettdepression-Hotline: www.wochenbettdepression-hotline.de

Schatten & Licht e.V. – Selbsthilfeorganisation zu peripartalen psychischen Erkrankungen: www.schatten-und-licht.de

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Familie, Partnerschaft & Geschwisterkinder

In diesen ersten Wochen ist viel los in deinem Körper. Haut und Gewebe sind sehr weich, deine Emotionen ändern sich wegen der Hormonumstellung fast im Minutentakt, Schlaf ist Mangelware und manchmal hast du das Gefühl, nicht allem gerecht zu werden.

Du bist nach der Geburt natürlich voll auf dein Baby eingeschossen. Aber da ist noch jemand anderes, der gerne etwas von deiner Aufmerksamkeit haben möchte. Das kann dein Partner sein, ein weiteres Kind und vor allem DU SELBST. Behalte dich und deine Bedürfnisse weiterhin im Auge. Versuch dir Hilfe zu holen, damit du ein wenig Zeit für dich hast!

Setz dich bitte nicht dem Druck aus, alles im Griff zu haben. Die Umstellung von Paar auf Familie ist extrem. Auch wenn schon Geschwisterkinder warten, rüttelt ein Baby neben all dem Glück erst einmal ordentlich am bestehenden System.

Wenn die Großeltern verfügbar sind, binde sie frühzeitig mit ein. Sie können mit dem Baby um den Block gehen und ihr könnt durchschnaufen, in Ruhe etwas essen, duschen oder ein Schläfchen machen. Dem Baby ist es gleich, wer den Wagen schiebt.

Binde die Großeltern auch im Haushalt ein: Ordnung machen, etwas Leckeres kochen, Einkäufe erledigen. Sie helfen sicher gern, wenn du es zulässt.

Das neue Familienmitglied wird auf familiärer und partnerschaftlicher Ebene einiges verändern. Plötzlich bist du Mama und der Partner an deiner Seite hat ebenfalls eine aufregende neue Aufgabe. Natürlich sind erstmal alle Augen auf den Nachwuchs gerichtet. Da ist es manchmal schwer, sich als Paar im Auge zu behalten. Vielleicht klappt es, dass Oma und Opa das Baby übernehmen und ihr zwischendurch ein, zwei Stunden für euch habt.

Plant feste Termine – sogenannte Date Nights als Paarzeit ein: kocht zusammen, spielt ein Spiel, tut euch Gutes und habt euch auf jeden Fall in der Zeit im Fokus.

Das Thema körperliche Nähe wird sicherlich zur Sprache kommen. Es kann sein, dass ihr auf sexueller Ebene wieder neu zueinander finden müsst. Fühlst du dich in deinem „After Baby Body“ wohl oder schämst du dich? Dann sprich es offen an.

Schlafmangel kann die Lust reduzieren. Ebenso berichten viele Mamas, dass die Brustwarzen unangenehm empfindlich sind und je nach Geburtsverletzung Angst vor Sex besteht. Achte gut auf dich und entscheide, wann für dich der richtige Zeitpunkt ist, um wieder intim zu werden. Ist der Sex schmerzhaft, sprich mit deinem Gynäkologen.

Dein Partner kann unter Umständen verunsichert sein. Da hilft nur, gut in Kontakt zu bleiben und ehrlich und liebevoll miteinander zu sprechen. Und denkt an die Verhütung! Nach der Geburt kannst du schnell wieder schwanger werden.

Solltest du schon ein oder mehrere Kinder haben, dann bereite sie noch während der Schwangerschaft auf das neue Geschwisterchen vor. Es ist wichtig, Fragen zu beantworten und auf die Bedürfnisse der Geschwisterkinder einzugehen. Zeig dem großen Geschwisterkind, dass es eine wichtige Rolle hat und dabei garantiert nicht vergessen wird oder zu kurz kommt. Es gibt auch je nach Altersklasse süße Bücher zum Einstimmen.
Es kann durchaus sein, dass das Geschwisterkind wenig erfreut oder eifersüchtig auf das Baby ist. Zeit und Geduld sind jetzt besonders wichtig. Die Familie ist gewachsen, Prozesse und Dynamiken verändern sich. Was bleibt, ist die Liebe. Eine tolle Sache kann ein Geschenk sein, das das Baby aus dem Krankenhaus für das große Geschwisterchen mitbringt.

Für Kinder unter 3-4 Jahren ist es häufig am einfachsten, wenn sie erst in die Klinik kommen, um Mama mit nach Hause zu bringen. Sonst gibt es tränenreiche Abschiede auf beiden Seiten, die die Kleinen schlecht nachvollziehen können. Das macht es ihnen und dir unnötig schwer.

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Schlaf- und Schlafmangel

In vielen schlauen Büchern steht, dass Neugeborene täglich 16 bis 18 Stunden schlafen. Dann gäbe es wohl nur ausgeruhte Mütter. Leider ist es anders! Zumindest anders als wir uns das vorstellen. Sie schlafen zwar 16 bis 18 Stunden – aber eben nicht am Stück. Schlafmangel ist im Wochenbett dein ständiger Begleiter. Neugeborene haben nachts ihre munteren Phasen – da wollen sie reichlich trinken, müssen verdauen und wollen am liebsten die ganze Zeit im Fliegergriff getragen werden. Das kann wirklich anstrengend sein. Keine Sorge, diese Phase geht vorbei.

Babys wechseln fast alle 20 bis 30 Minuten die Schlafphase und sind auf deine Nähe angewiesen. Davon kannst du deinem Baby nie genug geben. Der Hunger lässt sie nach zwei bis vier Stunden immer wieder aufwachen. Wenn wundert es – der Magen bei so einem kleinen Menschenkind ist wirklich winzig.

Ohne ausreichend Schlaf wirst du als Mama schnell reizbar, ungeduldig und unaufmerksam. In der ersten Zeit sorgen die Hormone noch dafür, dass du wach bleibst. Deshalb fällt es dir nachts leichter, wach zu sein, als deinem Partner. Dennoch gilt die Devise: Schlafe dann, wenn dein Kind schläft. Das gilt sowohl nachts als auch tagsüber. Der Haushalt kann warten!

Bitte deinen Partner, deine Familie oder eine Freundin, dir das Baby für einen Spaziergang abzunehmen. Nutze die Zeit, um zu schlafen!

Ich rate dir von Schlafmitteln dringend ab, vor allem in der Stillzeit!

Versuch es mit Akupunktur, einer Massage oder einem Besuch beim Osteopathen. Oft hilft eine Reflexzonenmassage oder einfache Hausmittel wie einem heißen Bad und einem Tee vor dem Zubettgehen.

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Rückbildung

Deine Gebärmutter hat sich in der Schwangerschaft um etwa das 20-fache vergrößert und war bei einer ausgetragenen Schwangerschaft ca. 1 Kilo schwer. Das alleine ist schon echt der Wahnsinn, und die Rückbildung verlangt deiner Gebärmutter einiges ab. Sie zieht sich im Wochenbett auf ihre Ursprungsgröße von etwa 50-70g zurück. Damit beginnt sie bereits direkt nach der Geburt mit der Ausscheidung der Plazenta (Mutterkuchen). Sie zieht sich dafür in regelmäßigen Abständen zusammen und verkleinert die Haftstelle der Plazenta. Die Gebärmutter verringert die Blutung aus dieser Stelle, um einen zu hohen Blutverlust nach der Geburt zu vermeiden. Verstärkt werden diese Kontraktionen, die wir auch Nachwehen nennen, durch das Saugen deines Kindes an der Brust. Dabei wird reichlich Oxytocin ausgeschüttet, dein körpereigenes Wehenmittel und gleichzeitig Bindungshormon.

Die höchste Stelle der Gebärmutter (der sog. Fundusstand) sollte nach der Geburt der Plazenta etwa 1 bis 3 Querfinger unterhalb des Nabels zu finden sein. Das ist ein reiner Richtwert und deine Gebärmutter wird von vielen verschieden Faktoren beeinflusst, z.B. Kindsgröße, Menge des Fruchtwassers, Mehrlingsgeburt, Geburtsmodus oder auch Füllung der Harnblase. Dies wird durch Hebamme und Ärzte im Kreissaal und auf der Wochenstation, später dann bei den Hausbesuchen der Hebamme kontrolliert. Der Uterus sollte sich im weiteren Verlauf täglich um etwa einen Querfinger zurückbilden.

  • Regelmäßige 10-20 minütige Bauchlage (wenn es die Brust erlaubt), nach einem Kaiserschnitt mit einem Kissen unterhalb des Nabels.
  • Dein Kind regelmäßig anlegen.
  • Denk an die regelmäßige Entleerung der Harnblase, ca. alle 2 bis 4 Stunden.
  • Ruhe! Leg dich hin und genieß dein Wochenbett!
  • Rückbildungstee
  • Eine leichte Uterusmassage kann sehr wohltuend sein.