Dein

Stillstart-Kompass

Die ersten 14 Tage Stillen / was Du für einen guten Stillstart beachten kannst

  • Das erste Anlegen im Kreißsaal ist sehr wichtig, um deinem Kind die Vormilch (das Kolostrum) zu geben. Dieser Energiebooster nach einer anstrengenden Geburt ist voll mit Nährstoffen, Zucker und wichtigen Antikörpern.
  • Das Kolostrum wird in winzigen Mengen produziert – 40 bis 50 ml in 24 Stunden – genauso viel, wie der winzige Magen deines Babys fassen kann. 
  • Kolostrum ist dickflüssig und hat eine gelbe bis orange Farbe. Es wirkt abführend, um deinem Baby das Ausscheiden des „Kindspechs“ zu erleichtern. 
  • Dein Kind hat in den ersten 30-60 Minuten nach Geburt einen besonders starken Such- und Saugreflex, was das erste Anlegen erleichtert. 
  • Das erste Anlegen gibt die Initialzündung für die Milchbildung. 
  • Die Rückbildung der Gebärmutter wird angeregt weil beim Stillen Oxytocin ausgeschüttet wird. 
  • Nach dem ersten Stillen ist dein Kind sehr müde und wird wahrscheinlich die nächsten 12-24 Stunden nur kuscheln, verdauen und manchmal etwas Fruchtwasser spucken. Halte es schön warm, gern nackig auf deiner Brust und ruht euch gemeinsam aus.
  • Ab jetzt solltest du darauf achten, dass dein Kind mindestens alle 3-4 Stunden trinkt, gern häufiger.  
  • Das häufige Anlegen regt die Milchbildung an. Jetzt bildet die Brust jede Stunde einige Milliliter mehr Milch. Dein Kind bekommt alles, was es braucht.  
  • Wenn dein Kind nicht trinkt, solltest du mit der Hebamme oder Stillberatung gemeinsam anlegen und über kurzfristiges Abpumpen sprechen, um die Milchbildung weiter anzuregen.  
  • Die meisten Mütter bekommen nun ihren Milcheinschuss. 
  • Aus der Brust kann für 24 Stunden schlechter zu trinken sein, weil die Drüsen zu prall sind. Du kannst den Warzenhof vorsichtig etwas massieren oder etwas Milch ausstreichen. Bei sehr flachen oder Schlupfwarzen hilft auch ein Stillhütchen. Vorsicht: die richtige Passform ist hier sehr wichtig! 
  • Wenn dein Baby sich nicht selber meldet, weck es bitte zum Trinken. Du kannst es dafür z.B. Wachwickeln, die Füße kitzeln oder es ihm ein wenig ungemütlich machen. Fast alle Kinder sind um den 5. Lebenstag etwas müde, das kommt vom angestiegenen Gelbkörperspiegel. Wenn du das Gefühl hast, dein Kind trinkt nicht ausreichend und es macht zu wenig Pipi, kontaktiere bitte deine Hebamme oder den Kinderarzt. 
  • Deine Milch entwickelt sich ständig weiter und passt sich den Bedürfnissen deines Kindes an. Sie wird cremiger in Farbe und Textur und weist einen höheren Fett-, Kalorien- und Laktosegehalt auf. 
  • Die Menge, die dein Baby trinkt, steigt an. Am 3. Tag wird es in 24 Stunden schon 300 bis 400 ml Muttermilch trinken und bis zum fünften Tag wird es diese Menge auf 500 bis 800 ml erhöhen. 
  • Bis Ende der 3. Lebenswoche sprechen wir von Übergangsmilch, danach von reifer Frauenmilch.
  • Die Brust entspannt sich. Manchmal fühlt sie sich so weich an, dass man denken könnte, sie sei leer. Die Milchdrüsen haben sich beruhigt und sind perfekt auf den Bedarf deines Neugeborenen eingestellt.
  • Die Zusammensetzung der Milch verändert sich bis zur 4. Lebenswoche des Kindes ständig. Nährstoffgehalt und Konzentrationen der Inhaltsstoffe in der reifen Muttermilch bleiben konstant reich an Proteinen, Zucker, Vitaminen und Mineralstoffen sowie zahlreichen bioaktiven Inhaltsstoffen. Trotzdem verändert sich die Zusammensetzung deiner Muttermilch von Tag zu Tag und von Stillmahlzeit zu Stillmahlzeit. 
  • Solltest du Milch abpumpen siehst du einen deutlichen Unterschied von der Milch am Tag zu der am Abend. Das ist ganz normal – quasi Schonkost für die Nacht.